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Verlag SeitenHieb

Schwerpunktprojekte 2005-2006

Bericht der Stiftungsarbeit in Berlin

Berichterstatter und Koordinator: Jens Herrmann, Stiftungsrat (Berlin)

Projekt „Brunnenstrasse 183, Berlin-Mitte“
(Hausprojekt, Umsonstladen, Gemeinschaftsräume)

Der Jahreswechsel 2005/2006 stand ganz im Zeichen des Hausprojektes Brunnenstrasse 183 in Berlin-Mitte. Das Hausprojekt wird seit fast 10 Jahren in Selbstverwaltung geführt, befindet sich jedoch nicht im Eigentum der NutzerInnen und MieterInnen. Im Haus befinden sich auch der Berliner Umsonstladen (ein Projekt solidarischer Ökonomie, in dem Menschen gut brauchbare Dinge abgeben können und Dinge für ihren persönlichen Gebrauch kostenlos bekommen können), ein Vereinscafé mit Bühne und eine Nachbarschaftsküche, mehrere Ateliers und Bandproberäume. Zudem wohnen rund 25 Personen (zwischen 20 und 79 Jahren alt) in dem Haus. Seit vielen Jahren bestehen mündliche Mietverhältnisse mit den BewohnerInnen und Duldungsvereinbarungen mit den Projekten. Gegen Ende des Jahres 2005 erfuhren die BewohnerInnen von der Zwangsversteigerung ihres Hauses. Sie kamen auf die Stiftung zu und ich übernahm eine intensive Hilfestellung und Betreuung für das Projekt. Im Rahmen dieser Hilfe entwickelten wir ein Konzept für den Kauf und die Fortführung der Selbstverwaltung des Objektes. Oberstes Gebot war dabei, ein Konzept zu erstellen, in dem möglichst alle der bisherigen NutzerInnen und MieterInnen im Haus verbleiben können.
Gemeinsam wurden Werbematerialien (Informationsblätter, Werbeplakate, Internetseite [www.brunnen183.de]) erarbeitet und eine intensive Kommunikation mit der Presse aufgebaut, um die Öffentlichkeit besser über den geplanten Hauskauf der Gruppe zu informieren. Zudem fanden umfangreiche Moderationsprozesse mit den HausbewohnerInnen statt, um sich auf ein gemeinsames Wohn-, Finanz- und Baukonzept für die Zukunft einigen zu können. Außerdem vermittelte ich Kontakte zu Trägernetzwerken, wie dem Freiburger Mietshäusersyndikat.
Zudem begannen wir, Gelder einzuwerben, um das Haus bei der Zwangsversteigerung für einen Preis bis zu 265.000€ (mehr als der Verkehrswert der Immobilie) selbst zu erwerben. Innerhalb sehr kurzer Zeit von nur sechs Wochen gelang uns dies. Doch die (versteigernde) Bank war leider nicht bereit mit uns über einen vorzeitigen Verkauf zu verhandeln und verkaufte stattdessen in letzter Sekunde vor der Versteigerung das Haus an den Passauer Arzt Manfred Kronawitter.
Die Stimmung im Hausprojekt war denkbar schlecht und alles drohte zusammenzubrechen. Von nun an engagierte ich mich in der Unterstützung der BewohnerInnen und Projekte, sich auf den Kampf mit dem neuen Hausbesitzer einzustellen, der schon bald ankündigte, er wolle das Haus entmieten und hochwertig sanieren, was auf eine Vertreibung des Hausprojektes hinaus liefe. Ein wichtiger Freiraum – einer der letzten in Berlin-Mitte – würde damit verloren gehen.
Gegenwärtig ist die Auseinandersetzung in vollem Gange. Doch es sieht nicht schlecht aus für die Projektgruppe. Es gelang einflussreiche politische UnterstützerInnen zu bekommen und erste Angriffe des Hauseigentümers abzuwehren.

Projektgründung „KuBiZ Raoul Wallenberg“, Berlin Weißensee

Seit dem Jahr 2004 begleitet die Stiftung FreiRäume das Projekt KuBiZ (Kultur und Bildungszentrum) Raoul Wallenberg durch Beratung und Netzwerkarbeit.
Ziel der Initiative unter Federführung des Vereins soziales Leben und arbeiten (solar e.V.) ist es, im Berliner Nordosten ein antifaschistisches Kultur-, Bildungs, Arbeits- und Wohnprojekt aufzubauen. Dazu bewarb sich die Initiative im Jahr 2005 für den Kauf des ehemaligen Kinder- und Säuglingskrankenhauses in Weißensee. Das große Klinkgelände ging aber an einen konkurrierenden Bewerber. Jedoch blieb für die Initiative das Versprechen von Bezirk und Senat, sich nach alternativen Standorten für das Projekt einzusetzen. So verging das Jahr 2005 im Wesentlichen mit der Sichtung und Überprüfung von Alternativstandorten. Die Funktion der Stiftung war es hier immer wieder, beratend in Sachen Finanzierung, Eigentumsverhältnissen und konzeptioneller Arbeit der Initiative zur Seite zu stehen. Außerdem vermittelte ich Kontakte zu Initiativen, Vereinen und Betrieben der solidarischen/alternativen Ökonomie. Besonderes Interesse der Stiftung war es dabei, die Ideen der Stiftung FreiRäume nach der langfristigen Zweckbindung von Immobilien und Ressourcen an bestimmte von den Gruppen selbst festzulegende Zwecke zu vermitteln. Ich zeigte die Vorzüge dieser Idee auf und beriet über die Möglichkeiten praktischer Umsetzung dieser. Weiterhin setzte ich mich innerhalb der Projektinitiative für die Idee offener Räume ein.
Im Sommer 2006 kam dann endlich der Durchbruch, als die Raoul Wallenberg Oberschule im Bezirk Weißensee geschlossen werden sollte, und der Bezirk das Gebäude der KuBiZ-Initiative zur Nachnutzung anbot. Schon bald kamen der Förderverein der Schule sowie der Jugendclub „Bunte Kuh“ zur Initiative hinzu. Nun steht eine erneute intensive Projektarbeit auf dem Programm. Es gilt erneut ein Finanzierungskonzept sowie eine inhaltliche und architektonische Planung, die auf das Gebäude zugeschnitten ist, zu erarbeiten. Erneut werden Know-how und Kapazitäten der Stiftung dringend gebrau cht. Gerne würde die Initiative die Dienste der Stiftung FreiRäume in Anspruch nehmen, um damit einen verlässlichen Partner mit dem Abschluss eines Erbpachtvertrages mit dem Großbezirk Pankow zu beauftragen. Dem steht jedoch gegenwärtig im Wege, dass die Stiftung noch nicht selbstständig ist. Auch die Pankower Bezirkspolitik würde eine Vertragschließung mit der selbstständigen Stiftung favorisieren.

Bericht der Stiftungsarbeit in Hessen

Berichterstatter und Koordinator: Jörg Bergstedt, Stiftungsrat (Reiskirchen)

Umsonstladen Gießen

Der Umsonstladen Gießen hat bis Dezember 2006 in der Marburger Straße ein Ladenlokal betrieben, der vielfältig und rege genutzt wurde als Umschlagplatz für Haushaltswaren, Kleidung, Spiele, Kindersachen und mehr. Die Initiativgruppe konnte vor allem durch infrastrukturelle Maßnahmen unterstützt werden, z.B. der Einrichtung eines Kontos. Der Idee der Stiftung entsprechend habe ich mich vor allem bei der Herrichtung der Rahmenbedingungen und der Beschaffung dementsprechender Materialien engagiert, u.a. von Computertechnik, Büroausstattung, einem Kopierer usw. Dadurch konnte die Arbeitsfähigkeit der Projektgruppe, die den Umsonstladen betrieb, deutlich gesteigert werden.

Projektwerkstatt in Reiskirchen-Saasen

Diese Einrichtung ist bereits über 15 Jahre alt, seit 1993 mit einem von einem gemeinnützigen Förderverein gehaltenen, größeren Haus (ehemaliger Bauernhof), das eigens für diesen Zweck gegründet und ausgebaut wurde. Über die konkrete Aktivität dieses Vereines geben die Tätigkeitsberichte und Schriften des Vereins Auskunft. Der Vorstand des Vereins, dem ich auch angehöre, hat bereits vor zwei Jahren beschlossen, das Eigentum des Hauses auf die Stiftung zu übertragen, um die Existenz und Sicherung des Raumes von der konkreten alltäglichen Arbeit trennen zu können. Der Verein ist mehr mit den konkreten regionalen Aktivitäten wie Bildungsangebote, Projekte, Öffentlichkeitsarbeit, die Herausgabe von Schriften usw. beschäftigt. Die formale Abkoppelung der Trägerschaft für das Gebäude als Plattform dieser und neuer Aktivitäten ist eine Idee, die stark auch vom Förderverein der Projektwerkstatt befürwortet wurde und wird. Ein Beschluss zur Übergabe des Hauses an die Stiftung liegt dem Stiftungsrat vor einschließlich der Zusicherung, dass der Verein als Rechtsträger der laufenden Aktivitäten weiterhin die laufenden Kosten übernimmt und das Haus im Sinne der Satzung der Stiftung nutzen und weiterentwickeln wird.

Konzeptentwicklung „Offene Räume“

Berichterstatter: Jörg Bergstedt, Stiftungsrat (Reiskirchen)

Als "offener Raum" kann ein Aktionsfeld bezeichnet werden, in dem es keine Beschränkungen gibt, diesen zu nutzen und zu füllen. Das heißt, es gibt keine Bedingungen oder Kontrollen, ab er andere AkteurInnen, mit denen bei Interessenkollision (z.B. Nutzung der gleichen Infrastruktur, Flächen u.ä. zur gleichen Zeit) oder für Kooperationen direkte Vereinbarungen geschlossen werden - ohne formale Vorgaben oder institutionalisierte Unterschiede in der Verhandlungsmacht der Beteiligten. Ein Raum und seine Ausstattung (Technik, Räume, Wissen, Handlungsmöglichkeiten usw.) ist dann offen, d.h. gleichberechtigt für alle nutzbar, wenn die Beschränkungen physisch und praktisch nicht bestehen, d.h. der Zugang zu den Handlungsmöglichkeiten darf weder durch verschlossene Türen, Vorbehalte, Passwörter usw. verwehrt werden können , noch dürfen Wissensbarrieren hingenommen werden, die Einzelne von der Nutzung des offenen Raumes und seiner Teile ausschließen. Dieses bedarf in der Regel eines aktiven Handelns, um Transparenz herzustellen, Zugänge zu Informationen zu ermöglichen und Erklärungen z.B. für technische Geräte bereitzustellen.
Offenheit und Kontrollfreiheit entstehen nicht durch bloßes Weglassen formaler Verregelung. Das würde übersehen, dass die Gesellschaft durchzogen ist von Zurichtungen der Einzelpersonen und sozialer Gruppen, die auch in einem von formalen Unterschieden freien Raum weiterwirken. Hierzu gehören die autoritären Aufladungen im Verhältnis zwischen Menschen, z.B. der Respekt vor älteren Menschen, Titeln, sog. ExpertInnen oder Amtspersonen, aber auch die Rollenmuster nach Geschlecht, Bildungsgrad oder Herkunft. Mit diesen Vorprägungen betreten alle Menschen auch einen offenen, kontrollfreien Raum und werden sich entsprechend gegenüber anderen verhalten - es sei denn, es gibt einen aktiven Prozess, der Zurichtungen überwindet oder zur Überwindung beiträgt.
Die Stiftung hat die Debatte um „Offene Räume“ stark gefördert und zum Teil selbst initiiert. Mitwirkende der Stiftung waren an konkreten Experimenten, Auswertungen und Diskussionen beteiligt. Die Idee des kontroll- und bedingungsfreien Raumes schien dabei erhebliche Emotionen und Ideologiekriege zu entfachen - warum auch immer. Probleme in offenen Räumen führten oft nicht zu Weiterentwicklungen, sondern bereits mehrfach zu krassen Gegenreaktionen. Seitens der Stiftung wurde versucht, immer wieder Auswertungs- und Weiterentwicklungsdiskussionen anzuregen sowie das Geschehen zu dokumentieren.
Als Referent habe ich, u.a. auch als Stiftungsratmitglied, an mehreren Veranstaltungen zum Thema „Offene Räume“ teilgenommen. Zudem koordinierte er zwei Schwerpunkte in der Monatszeitung für Selbstorganisation, der ‚Contraste’.
Offene Räume als Experimente gab es bei verschiedenen Treffen und auf Camps, so unter anderem auf dem Jugendumweltkongress und auf mehreren Camps im Sommer 2005 und 2006.

Bericht der Stiftungsarbeit im Bereich „Offene Medien“

Berichterstatter und Koordinator: Falk Beyer (Magdeburg) als Hilfsperson der Stiftung

Im Sommer 2005 startete eine neue Reihe von Heften unter dem Namen „Fragend voran“ zu gesellschaftlichen Utopien. Nicht nur die Themen waren für die Stiftung von Bedeutung, sondern auch die Art der Umsetzung. Die Erarbeitung selbst sollte zum Experimentierfeld für horizontale Kommunikation bei der Medienherstellung werden. Dieser Versuch wurde auch gestartet. Medienerstellung aber ist ein besonders schwieriges Feld für Horizontalität. Daher konnte von vornherein nicht mit einem sofortigen Erfolg gerechnet werden, sondern nur eine allmähliche Entwicklung angestoßen werden.
Seit dem ersten Heft sind drei Ausgaben erschienen, die immer auch den Werdegang und die Schwierigkeiten bei dem Versuch der horizontalen Erstellung schilderten. In ihrem Vorwort schrieben die KoordinatorInnen der ersten Ausgabe zu den Zielen des Heftes:

„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“, recycelte Damals-Bundeskanzler Schröder seinen Vorvorgänger Schmidt in den „Reform“-Debatten um die Agenda 2010. Und woher kommt die Gänsehaut?
Vom ersten Teil der Kurzgeschichte, weil es leider nicht nur der Genosse der Bosse ist, der weitergehende Ideen als krank und abwegig darstellt? So oft fallen selbst unter kritischen Geistern Utopien und grundsätzliche Kritiken der Schere im Kopf zum Opfer: „Nicht anschlussfähig, nicht medienfähig, nicht unter diesen Bedingungen umsetzbar“.
Vom Mittelteil - weil es immer offensichtlicher wird, dass es nicht reicht, sich mit Kanzlerworten und Politikerhandeln auseinander zu setzen, sondern die Menschen selbst zum Handeln kommen müssten?
Oder vom letzten Teil, weil „Reform“ inzwischen fast komplett nur noch Sozialabbau und mehr Kälte für das Land bedeutet - Profit und Machtzuwachs für wenige, aber „ausbaden“ für viele?
In „Fragend voran...“ schreiben Menschen gegen diese Gänsehäute an. Das erste Heft stellt Quergedachtes in den Raum und orientiert sich an einigen Eckpfeilern: Das Projekt ist offen. Es wächst in ständiger Diskussion.
Es will eine Anstiftung sein, sich nicht einzulassen auf die Verlockungen von Macht oder resigniert zu akzeptieren, dass es keine Ausbrüche aus dem heute Machbaren geben kann. „Fragend voran ...“ ist utopisch, drängend und drängelnd auf der Suche. Kritisch, hinterfragend und auch bissig. Widerständig. Das alles in einer bunten Vielfalt verschiedener Stile und Anschauungen, die sich in der Idee einer emanzipatorischen, d.h. herrschaftskritischen, widerständig-utopischen Sicht schneiden. Fragen stellen und voranschreiten, immer ein kleines Stückchen mehr.
Die Zapatistas haben die Idee des „Fragend voran ...“ in ihrem Befreiungskampf formuliert. Es geht nicht um die fertigen Antworten, die einfach noch den Ungläubigen beigebracht werden müssen. Sondern um das Ringen um Ideen und nach Entwürfen, das Heranwagen an Projekte und Experimente, den Mut zu kreativem Widerstand und das Hinterfragen mit dem Zweck des erneuten Ringens um Ideen ...
Dem eine Plattform zu geben, ist die Idee von „Fragend voran ...“. Wer es regelmäßig mitlesen will, ist eingeladen zum Abo. Wer die Debatten und Ideen weiter streuen will, ist eingeladen, immer gleich mehrere Hefte abzunehmen. Und wer mitmischen will, ist eingeladen, aktiv zu werden im offenen Kreis von Menschen, die das Ganze tragen.
Diese Startausgabe ist zunächst selbst ein Experiment. Wenn sich nichts tut, keine Menschen zeigen, dass sie das Projekt spannend finden, geht es nicht weiter. Im anderen Falle aber drohen wir hiermit an: Es wird mehr zu lesen geben, noch mehr bedrucktes Papier, Internetseiten, Ideen, Projekte, kritische und visionäre Texte, Ideen für widerständige Aktions- und Alltagsformen. Das gefährdet Ihre Ruhe und Ordnung ...

Im Jahr 2006 kam es Gesprächen mit der Redaktion der schon bestehenden Zeitschrift „grünes blatt“ aus Magdeburg mit dem Ziel, auch dort das Experiment offener Medienarbeit zu beginnen. Ein umfangreiches Vorgespräch fand auf dem Sommercamp 2006 im Wendland statt. Im Dezember wurde eine Ausgabe probeweise mit ständiger Diskussions- und Kontrollmöglichkeit über den Stand und Mitwirkungsformen im Internet verwirklicht. Ein weiteres Treffen ist für den 2. Januar nach Königs-Wusterhausen eingeladen. Auszug aus dem Einladungstext:

Jetzt gibt es die Idee, das ‚grüne blatt’ - eine in Magdeburg herausgegebene „Zeitung aus der Jugend-Umweltbewegung“ - zu einem neuen Medium für Umweltschutz von unten weiterzuentwickeln.
Angesprochen mit dieser Mail sind sowohl die früheren MacherInnen der Ö-Punkte, als auch diejenigen, die jetzt am ‚grünen blatt’ arbeiten und andere, die Interesse haben, diesen Vorschlag umzusetzen.
Die Idee finde ich sehr gut. Das könnte sich ein bisschen an den früheren Ö-Punkten orientieren, sollte aber kein Abklatsch davon sein. Ganz wesentlich wird diese Idee davon abhängen, ob und wieviele Leute verlässliche Zusagen über ihre Mitarbeit machen werden.
Ich könnte mir da neben der Vorstellung und kritischen Behandlung von Öko-Publikationen auch viele kleine Kommentare zu den ständig reinkommenden Pressemitteilungen von Parteien und Verbänden zu Umweltthemen vorstellen. Natürlich im Zusammenhang mit tiefergehenderen Artikeln zu ausgewählten Themen. Das ‚grüne blatt’ ist aber - schon jetzt - mehr als eine Ökozeitung. Und das würde ich auch so beibehalten. Es soll offen für verschiedenste Themen bleiben und auch den Anspruch haben, dass Basisleute es gestalten können. Also mehr Wert auf Vielfalt als auf professionelles Design oder einen bestimmten wissenschaftlichen Anspruch. Aber Vielfalt heißt für mich auch, dass es sehr anspruchsvolle Texte geben soll.

Bericht der Stiftungsarbeit im Bereich „Offene Kulturarbeit“

Berichterstatter und Koordinator: Patrick Neuhaus (Reiskirchen) als Hilfsperson der Stiftung

KrachundKlang-Werkstatt

In den Jahren 2004 bis 2006 unterstützte die Stiftung FreiRäume das Projekt „Krach und Klang“ in Gießen in der Aufbauphase. Dabei handelt es sich um die Idee einer unabhängigen Jugend- und Künstlergruppe: Die offene Musikwerksta tt "Krach und Klang“ ist ein öffentlich zugänglicher Raum mit einer breiten Palette von Instrumenten (von Trommeln über Klanginstrumente, Gitarren, Aufnahmemedien, Plattenspieler, DJ-Mischpult bis hin zu Keyboard und elektronischem Sampler sowie Computer für digitale Produktion oder Radiobeiträge) - zusammen gesetzt aus Spenden, Dauerleihgaben der Projektmitglieder und der Hoffnung, dass im Verlauf weitere Leute ihre Instrumente dazu setzen.
Die Grundidee ist, dass dieser Raum mitsamt Instrumenten gemeinschaftlich von allen Interessierten genutzt werden kann. Neben der gemeinsamen Nutzung soll der Raum einen offenen, inspirierenden Rahmen herstellen: Die Musikwerkstatt soll ein Treffpunkt für junge Menschen sein, um kreative Projektideen zu entwickeln und durchzuführen, sich gegenseitig musikalisches "Handwerk" beizubringen, Auftritte vorzubereiten, Radiobeiträge zu schneiden usw. Geplant ist ein regelmäßige r Brunch und ein selbstorganisiertes Seminarprogramm zur Weitergabe von Wissen und Fähigkeiten.
Außerdem wurden über Stadtteilarbeit insbesondere Jugendliche mit einbezogen, bei denen die Beschäftigung mit Musik oft an fehlendem Geld scheitert. Die Musikwerkstatt ist eine Plattform für Jugendliche, um ihre eigenen Ideen mit vielfältigen Möglichkeiten umsetzen zu können. Wichtig ist dabei der Versuch, aktiv einen offenen Raum zu schaffen, in dem Ausgrenzung vermieden bzw. abgebaut wird.
Die Stiftung FreiRäume war durch direkte Beratung und eine Hilfsperson, Patrick Neuhaus, im Projekt selbst mit tätig. Beratungsschwerpunkte waren Öffentlichkeitsarbeit sowie Organisierungs- und Finanzierungskonzepte auf Basis gegenseitiger Hilfe und Eigeninitiative.

Dieses sind ausgewählte Schwerpunktprojekte. Weitere Beratungstätigkeit und Projektentwicklung in anderen Bundesländern und bei weiteren Projekten siehe in den Tätigkeitsberichten und unter www.stiftung-freiraeume.de.