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Netzwerk Freiräume

Grundgedanken

Die Idee soll Platz bieten für eine Vernetzung und die Organisierung gegenseitiger Unterstützung zwischen politischen Frei-Räumen - Häuser, Zimmer, Wägen, Plätze, Camps, Veranstaltungen, Plattformen und vieles mehr.
Als prägendes Merkmal der Idee von Freiraum verstehen wir dabei die Idee des offenen Raumes, d.h. einem Bruch mit der die gesamte Gesellschaft prägenden Normalität einer "Nicht-Horizontalität". Die Menschen sind dort nicht gleichberechtigt und die Räume von Aktion und Interaktion durchzogen von Dominanzen, Verregelungen und Vorbehalten. Das Experiment des offenen Raumes verzichtet auf die Verregelung des Teilnehmens am offenen Raum und der Nutzung von Handlungsmöglichkeiten (Know-How, Infrastruktur usw.).
Aus dieser Orientierung, d.h. dem Verzicht auf Entscheidungsstrukturen, die die Nutzung der offenen Räume beschränken und konkrete Personen oder Gruppen ausgrenzen können als Kollektivakt, entstehen spezifische Fragen, Probleme usw. Diese zu erörtern, Lösungen und Ideen zu finden für das Experiment horizontaler Organisierung und angestrebter Herrschaftsfreiheit, soll ein Gegenstand des Austausches über die Mailingliste und - hoffentlich - auch noch andere Formen der Vernetzung sein (gegenseitige Besuche, Unterstützung, Seminare, Treffen usw.). Ein weiterer Punkt soll die gegenseitige Hilfe sein. Manch ein Projekt hat von etwas sehr viel, ein anderes wenig. In einem Projekt fehlt handwerkliches oder anderes Know-How, woanders wohnt/agiert jemand, der es hat. In einem Projekt ist mal sehr viel Kraft nötig - vielleicht helfen welche aus einer anderen Stadt oder einem anderen Projekt???
Das und anderes könnte ein Netzwerk FreiRäume bringen. Was tatsächlich passiert, ist Sache der Beteiligten.

Text aus der "Zeitung für stürmische Tage"
(Download als PDF)

FreiRäume sichern!

"Neulich traf ich Elli und Sven wieder, weißt Du? Die beiden aus dem besetzten Haus in der Crelonstrasse. Die wohnen jetzt zu zweit und haben ein süßes Töchterchen. Die haben ihr Haus total schön umgebaut, ich hab Fotos gesehen. Im Flur, wo sie früher zu fünft hausten, haben sie sich jetzt zu dritt eingerichtet, eben als Familie. Elli geht morgens immer zur Arbeit, Sven hat es nicht geschafft, seine Ausbildung zuende zu machen. Unten, wo früher die Kneipe war, ist jetzt eine wunderschönes Lesezimmer und eine Sauna. Sieht richtig schnieke aus, aber das benutzen jetzt ja auch nur noch die fünf Familien, die im Haus wohnen". Vorhang. Applaus. Angekommen in der bürgerlichen Gesellschaft. Der Anspruch, anders zu leben, offene Räume zu schaffen, Gegengesellschaft aufzubauen ist zerstoben in nervenzerreibenden Debatten um den Dreck der Punkrockkonzerte und welche Nationalfahnen cool sind. Am Ende musste der Vereinsvorstand per Beschluss entscheiden und die, die bleiben durften, haben alle ihren Weg in die Normalität gefunden. Das Haus ist jetzt zwar nicht mehr umkämpft zwischen der Wohnbaugesellschaft und den BewohnerInnen, aber dafür auch nicht mehr als offener Raum zu nutzen. Wer was Offenes sucht, muss Hausordnungen der staatlichen Zentren akzeptieren oder neue Häuser besetzen, renovieren und dann vielleicht nach der Legalisierung Stück für Stück wieder selbst zerstören, privatisieren und dem Offenen entziehen.
Nur ein kleiner Teil alternativer Projekte scheitert am Konflikt mit dem Staat. Die meisten scheitern an sich selbst. Das hat zwar viel mit der Zurichtung der Menschen zu tun, durch die Mackerigkeit, Dominanzgehabe oder Unterwürfigkeit, der Hang zur Akzeptanz geltender Gesetze und Normen sowie die Ängste vor der Übermacht von Repression, sozialem Umfeld oder dem blanken Kampf ums materielle Überleben in jedes Projekt geschleppt wird. Allerdings fehlt meist auch ein kreativer Umgang und der Wille zum Experimentieren mit dem Unbekannten. Der schwammige Glaube, "alles anders und besser zu machen" plus einem gemeinsamen Verein, wo " der Vorstand nur formal da ist", reicht den meisten schon. Andere fangen schon schwach an und reden mit großen Worten über ihr autonomes Zentrum, was bei näherem Hinsehen eine städtische Einrichtung ist, wo nur der Jugendpfleger ein bisschen kumpeliger drauf ist. Und wo doch mal mehr Freiheit erkämpft werden kann, verregeln die BewohnerInnen oder NutzerInnen ihr Haus meist selbst: Schlüsselgewalt für die Räume, Passwörter an den Computern, säuberlich getrenntes Eigentum ... die Chefs haben gewechselt und tragen jetzt schwarz anstatt grün.

FreiRäume schaffen und sichern!
Der Republik quadratmeterweise die Wirkungsmöglichkeiten entziehen, ist eine Strategie politischer Widerständigkeit und der Organisierung von mehr eigenen Handlungsmöglichkeiten gleichzeitig. Jeder Ort braucht Freiräume, offen, unkontrolliert. Es gibt Beispiele, wo Experimente über das Übliche hinausgehen. Die meisten davon liegen außerhalb Deutschlands. Offenbar ist in diesem Lande die Bewegung so bürokratisch wie der Staat. Mit subversiven Ideen der Sicherung von Eigentumsliquidierung versuchen Projekte sich Handlungsspielräume zu verschaffen. Es lohnt sich, diese Ideen anzusehen und eigene zu entwickeln. Zwei seien genannt, beide können angesprochen werden und helfen bei neuen Projekten:

Projekte

Mailingliste & Archiv zum Netzwerk FreiRäume

Falls Formular oberhalb dieser Zeile nicht zu sehen oder auf Extra-Seite erwünscht: Hier klicken!
Anleitung zum Mailen: Hilfe-Datei anfordern durch Mail an freiraeume-request@lists.projektwerkstatt.de mit dem Betreff oder Text "help".

Initiatorin: Die Stiftung FreiRäume

Die Initiative zu einer solchen Vernetzung geht von der Stiftung FreiRäume (www.stiftung-freiraeume.de) aus - das sei hier nur der Transparenz wegen gesagt. Die Stiftung ist geschaffen worden als Rechtsrahmen für politische und offene Räume, um Eigentums- und Hausrecht auszuschalten. Der eigenen Logik entsprechend wird sich die Stiftung in die Mailingliste nicht einmischen, sie weder moderieren noch domineren.

Räume und Häuser für kreative Projekte

Ein wichtiges Ziel der Stiftung FreiRäume ist die Sicherung von Häusern, Räumen und Grundstücken für unabhängige, kreative, kulturelle und/oder politische Projekte. Wohnen, kommerzielle Firmen und Ähnliches werden von der Stiftung nicht gefördert, können aber Teil es unterstützten oder von der Stiftung getragenen Projektes sein, wenn sie sich dabei auf eigenen Füßen halten.

Ein besonderes Anliegen ist die experimentelle Nutzung von Räumen und Flächen ohne Hierarchien und Formalitäten. Dazu gehört die Idee der "Offenen Räume":

Offene Räume ... ein gegenkulturelles Experiment

"Offener Raum" bedeutet, dass Kontrolle und hierarchische Strukturen für die jeweilige Fläche (Räume, Haus, Platz ...) nicht mehr gelten, d.h. die NutzerInnen bestimmen, was dort geschieht - nicht kollektiv, sondern alle für sich, in Gruppen, als Kooperationen, in Vereinbarungen. Das ist aus vielerlei Gründen ein Experiment:

In der Folge verlaufen die Experimente zu "Offenen Räumen" bislang schwierig und haben wenig Ausstrahlungskraft. Doch nur ihre Existenz und immer neue Experimente kann das schaffen, was irgendwann notwendig ist: Eine Gegensozialisierung zu der in der normalen Gesellschaft und auch in der politischen Bewegung immer wieder trainierten Norm der kollektiven Identitäten, der Gleichheit in Unterwürfigkeit mitlaufender Massen usw.

Adressen und Infos zu offenen Aktionsplattformen, die es gibt
Rückblick 1: Versuche und Scheitern
Rückblick 2: Experimente im Rahmen von Veranstaltungen
Möglichkeiten - noch ungenutzt

Projekte im Netzwerk FreiRäume, in denen offene Aktionsplattformen entstehen könnten, wenn Menschen sie machen ...

Solidarische Landwirtschaft

Außerhalb und ohne direktes Zutun der Stiftung FreiRäume entstanden Idee eines gleichberechtigten, nicht-kommerziellen Umgangs mit landwirtschaftlichen Höfen und Flächen, oft benannt als Community Supported Agriculture (CSA) oder solidarische Landwirtschaft. In diese Richtung will auch die Stiftung FreiRäume wirken - sowohl bei der Nutzung von Äckern wie auch in Verbindung mit offener Nutzung von Gebäuden und Maschinen.

Infos zu ausgewählten, weiteren Projekten

Internetseiten zu Organisierungsfragen und mehr ...

Infos zur Stiftung FreiRäume

Kontakt: c/o Projektwerkstatt, Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen-Saasen, 06401-903283, kontakt (ät) stiftung-freiraeume.de